Montag, 14. September 2020

Vollresto: Zerlegen + Sandstrahlen - 1971er T2a

Im Mai 2020 hab ich dann mit den Arbeiten an meinem VW T2a Bus von 1971 angefangen.

Geplant war die Front des Busses aufgrund der starken Durchrostungen am Scheibenrahmen, der starken Dellen und Verformungen dank des ehemals montierten Reserveradreifens und der beginnenden Rostbläschen im unterem Teil, zu wechseln.

Das Batterieblech, Fußboden vorne und der Laderaumboden links u. rechts unter der Sitzbankaufnahme waren auch noch bekannte Stellen.

Den Lack (nichtmehr Originallack) wollte ich jedoch lassen und die reparierten Stellen nur beilackieren. Aber es kam dann doch anders als geplant...

Der Bus hatte nie Unterbodenschutz drauf und hat deswegen am ganze Unterboden und in den Radhäusern etwas Flugrost angesetzt. Auch im Innenraum war einiges an Flugrost vorhanden.

Unten "rostig" lassen kam nicht in Frage, da wenn ich den Bus angehe, sollte das alles sauber gemacht sein und auch keine voranschreitende Korrosion mehr vorhanden sein. Der Gedanke nur vorübergehend so weiter zufahren und ihn dann vielleicht später irgendwann einmal komplett zu machen wurde schnell beerdigt, denn wenn ich ihn mache dann nur einmal! Und das dann richtig!

Damit stand ich dann vor der Entscheidung ob non-plus-ultra Lösung, Tauchbad entlacken, -entrosten und KTL-Beschichten oder doch die Geldbeutel freundlichere Lösung: Sandstrahlen.

Da ich immernoch daran festgehalten habe den Lack außen beibehalten zu können und aufgrund des doch deutlich höheren Preises für das Tauchen von knapp 5 Scheinen, habe ich mich für das Sandstrahlen entschieden.... Hätte ich mich doch nur anders entschieden... Nachher ist man immer schlauer.... dazu später mehr.


Alles raus!
Alles muss raus!
Glaswolle... no comment


Zieht natürlich Wasser und speichert es schön --> Rost
Unter dem Bus hing noch eine Gasflasche obwohl kein Kocher mehr vorhanden war... auch weg damit

Sicht aufs Dach: Schlecht geflicktes Loch einer ehm. Dachluke

Ansicht von unten: Interessant :D

Front ohne Scheibe und ohne Anbauteile


Blick auf den Scheibenrahmen der Frontmaske

Scheibenrahmen Frontmaske: Rost

Frontmaske unten: kleine Rostlöcher und verbogenes Blech vom ehm. Reserveradreifen
Auf den ersten Blick nur kleine Löcher.... aber was dahinter schlummert....

Verrostete und verdellte Frontmaske raus getrennt
Front ohne Frontmaske



Zum Vorschein kam ein Haufen Rost. Hier herrschte natürlich Handlungsbedarf

Und alles was nach außen sichtbar war, waren ein paar Bläschen
Längsträger Deckblech raus getrennt. Sicht auf Längsträger welcher ebenfalls neu muss



Längsträger gammlig mit Neuteil davor (falschrum hingehalten aber)




Front mit herausgetrenntem Längsträger
Reste der Frontmaske wurden vorm Strahlen ebenso entfernt


Um die Karosse ohne Achsen auch rollen zu können und die Karosse strahlen und lackieren zu können, musste ein Gestell gebaut werden womit der Bus auch auf die Seite gelegt werden kann. 

Gebaut habe ich das Gestell auf simpelste Art und Weise. Jeweils ein Längsrohr vorne sowie hinten an der Achsaufnahme in welches L-Profile auf beiden Seiten eingeschoben werden können und man den Bus somit auf die Seiten legen kann auf welcher man die L-Profile einschiebt.

Einfaches Vierkantrohr mit Winkeleisen an Achsaufnahme
Eingeschobenes L Stück (noch ohne Diagonalstrebe)

L-Profile mit Diagonalstrebe




Nachdem die Frontmaske und alle anderen offensichtlich maroden Stellen rausgetrennt waren ging die Karosse zum Strahler. Anweisung war unten und Innen zu Strahlen.... Nicht die Seitenteile und Dach! Weder außen noch innen!

Was macht der gut Mann.... strahlt mir die Seitenteile von Innen und das Dach von innen. 

Resultat: Seitenteile wellig und Dach hinten wellig.

Ich könnte immernoch kotzen.... oder weinen.... am liebsten hätte ich den Bus direkt samt Strahlbetrieb angezündet...... Da muss sich dann ein Spengler und der Lackierer drum kümmern.... zum kotzen.

Naja hilft jetzt nichts.

Rostfrei ist er zumindest....  







Produktionsdatum eingestempelt ins Dach

#+§$/&%$§§$§§%%

Grundiert habe ich ihn anschließend komplett mit Brantho Nitrofest.
Innen, unten sowie außen





Das Dach habe ich außen abgebeizt, mit dem Exzenter Schleifer geschliffen und ebenso grundiert.
Das selbe ebenso später bei den Seitenteilen.





Schweißarbeiten kommen als nächstes!

Samstag, 30. Mai 2020

Italien Roadtrip 2019

Jetzt hab ich mich doch mal durch gerungen hier mal wieder was von mir hören zu lassen.

Im August 2019 haben wir einen "kleinen" Roadtrip mit dem Bus durch Italien gemacht.
Bevor es an die Überarbeitung des Busses geht, konnte ich ihn in Deutschland ja noch ein halbes Jahr mit Kalifornischen Kennzeichen gefahren - quasi die Zeit nützen bevor ich ihn beim deutschen TÜV vorführen muss.

Erster Stop war Caorle, wo ein guter Freund von uns Zuhaue ist und bei dem wir einige Tage blieben.
Start war von München aus bei Regen, kaum über den Brenner Sonnenschein.

Das Reisemobil mit Reisebegleitung


Route war die Folgende:

Start in München - Caorle - Bologna - 
dann die komplette Küste runter bis an den südlichsten Punkt vom Absatz im Stiefel
- Almalfi Küste- Positano - Sorrento - Pompei - Neapel - Rom - Siena - Florenz - Pisa - Genua - Mailand - und nach Hause über den Reschenpass

Ziemlich Sportliche Tour für drei Wochen. Viel gefahren, viel gesehen und eine geile Zeit gehabt.
Auch wenn bei 35 Grad manchmal eine Klimaanlage toll gewesen wäre anstatt einem voll ausgestelltem Dreiecksfenster welches einem nur die heiße Fahrtluft ins Gesicht bläst. Aber besser wie garnichts.


Angekommen in Caorle ist dann gleich die erste Panne passiert. Nicht beim Bus, sondern bei den beiden Klapprädern die wir dabei hatten. Bei einem beide Reifen geplatzt... Ärgerlich, aber nachdem 2 neue Mäntel und Schläuche aufgetrieben waren, war das doch dann gleich repariert.


Nächster Zwischenstop: Bologna

Die Klappräder sind für kleine Städtetouren ideal, man kann alles sehen ohne dabei ewig zu Fuß unterwegs zu sein.



Wird sind dann noch etwas weiter Richtung Süden gefahren und haben uns kurz vor Sirolo einen schönen abgelegenen Parkplatz in den Bergen ausgesucht um die erste Nacht in Italien im Bus zu verbringen. Etwas mulmig war einem am Anfang schon dabei, da schließlich in Italien hohe Strafen auf "wildcampen" stehen. Jedoch hatten wir diesbezüglich während unserem ganzen Trip keinerlei Probleme.


Am morgen ging es dann weiter in das kleine Örtchen Sirolo. 


Die Preise sind schon DEUTLICH niedriger obwohl man noch nicht wirklich im tiefen Süden ist. Für mich ein echter Geheimtipp.


Das Wasser ist türkisblau und glasklar


Und so ging es Nacht für Nacht weiter Richtung Süden. Die Preise sunken gefühlt mit jedem gefahrenem Kilometer. Ebenso die Anzahl der deutschen Kennzeichen.

Wo man in Norditalien diese noch zu Hauf gesehen, hat war es je weiter man in den Süden gekommen ist umso mehr die Ausnahme.

Je weiter südlicher man kommt desto wirtschaftlich schwächer ist die Region. Dies ist auch deutlich zu spüren. Beispielsweise nahm die Verschmutzung in den Straßen und der Natur mit Plastik und Müll deutlich zu. Auch der Gestank durch Leute die ihren Plastikabfall verbrennen wurde immer mehr. Dafür glasklares Wasser und ein Italien das einige bestimmt so noch nie gesehen haben.









Steckenbleiben gehört auch dazu


Car wash in der Wildnis


Auf die Almalfi-Küste mit dem vorallem durch Instagram & Co in aller Welt bekannt gewordenen Positano, waren wir sehr gespannt.Wer diese nicht kennt, diese liegt ca. 40km südlich von Neapel.

Eine spektakuläre Küste, einfach der Wahnsinn. Bloß meine Empfehlung: keinesfalls im Sommer...

Eine Passstraße voller Fahr-Legasteniker bei 40 Grad im Bus





Positano



Wer Positano sehen will sollte defintiv nicht dort hin mit dem Auto anreisen... Pakplätz sind dort nämlich nicht existent. Wer parken will kann das nur in Parkgaragen zu horrenden Preisen. Dass ich jemals so viel Geld für parken ausgeben würde hätte ich nicht gedacht. Aber wenn man Stundenlang eine Küstenstraße entlangfährt um den einen Ort von dem alle so begeistert sind zu sehen, zumindest kurz, dann bleibt einem halt nichts anderes über. 1 Stunde parken....40€ !!!!!!

Naja hilft nichts - schön ist es schon. Jedoch würde ich wie gesagt empfehlen in der Nebensaison zu kommen weil es doch sehr überlaufen war.. Sehr beliebt bei US Amerikanern und Asiaten.



Weiter ging es dann über Pompei - Neapel - Rom - Siena - Florenz - Pisa - Genua - Mailand - nach Hause
Rom


Sienna
Milan
Pisa
5 Terre

Pisa


5 Terre

Und heim gings über den Reschenpass 






Reschensee

4000km Gesamt. Treue Dienste hat er geleistet. Jedoch geht es ihm jetzt an den Kragen.
Restauration folgt :)